China-Bashing ist der direkte Weg in die Volkverdummung

22.11.22
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Ein Kommentar von Georg Korfmacher, München

Das neudeutsche Substantiv Bashing bezeichnet eine herabsetzende Behandlung einer Person oder Sache. Bashing klingt aber eher wie ein Kosewort und scheint eine bevorzugte Art der Medien geworden zu sein, oberflächlich und emotional, eine Person oder ein Land herabzusetzen bzw. darauf einzuprügeln. Das ist aber die Bedeutung von bashing im englischen Sprachgebrauch. Eine sachliche, objektive Information ist mit Bashing i.a.R. nicht verbunden. Ein markantes Beispiel für China-Bashing ist ein Artkel in der NZZ (Neue Züricher Zeitung) vom 22.1.2022 mit dem Titel „Warnung vor dem nächsten Krieg im Pazifik: wie China daran arbeitet, die bedeutendste Macht der Welt zu werden“. Nun sollte man meinen, dass eine so renommierte Zeitung ihre Leser sachlich informiert und versteht, worüber sie schreibt und was sie veröffentlicht. Erstaunlicherweise bezieht sich die NZZ ausschließlich auf die Meinung des ZDF-Korrespondenten in den USA und auf einen US-Admiral, ohne deren Aussagen auch nur ansatzweise ernsthaft zu hinterfragen. So z.B. die steile These, dass die asiatischen Kriegsschauplätze im 20. Jahrhundert Washington am stärkste forderten, bis hin zur Demütigung von Vietnam. Man darf und muss unterstellen, dass die NZZ hier besseren Wissens verschweigt oder unverzeihlich übergeht, dass all diese Kriege von den USA angezettelt wurden. Vietnam ist keine Demütigung der USA, sondern des vietnamesischen Volkes und der ganzen Welt durch Bombenteppiche und Agent Orange. Nach der Truman-Doktrin sollte Vietnam brutal, radikal ausgelöscht werden. Glücklicherweise mussten sich die USA wie ein feiger Köter mit eingezogenem Schwanz als Verlierer vom Acker machen.

Und damit begann schleichend der Niedergang der US-Hegemonie trotz über 800 Militärstützpunkten rund um die Welt. Und dieser Niedergang treibt nun die US-Presse und deren hörige Nachplapperer dazu, auf anderen Personen und Länder herumzuprügeln und sie schlecht zu machen. China ist wegen seiner rasanten und in vielen Gebieten beispielhaften Entwicklung in nur 40 Jahren der Prügelknabe schlechthin geworden, obwohl wir alle seit Dekaden von China nur profitieren. Erst Corona hat uns die Schwächen unseres Handelns vor Augen geführt. Anstatt nun aber die Fehler und Ursachen zunächst bei uns selbst zu suchen, schieben wir jetzt alles auf China ab. Basing oder Herumprügeln auf China führt aber direkt in die Volksverdummung. Dabei sollten wir Deutsche mit unserer Hitler-Erfahrung besonders zurückhalten sein und uns nicht durch falsche Indoktrination, heute locker fake news genannt, in den von den USA beschworenen „großen Krieg“ mit China hineinziehen lassen. Um zu entscheiden, was ich tue oder lasse, muss ich erst einmal verstehen worum es geht. Und dafür brauche ich objektive Informationen, um meine Meinung zu bilden und möglichst sicher zu handeln. Die Spielereien eines Informatikers mi Kriegsszenarien im Indopazifik helfen da wenig, und noch viel weniger die vertrackte Meinung eines US-Admirals und ehemaligen Oberbefehlshaber der NATO, der die Simulationen für «absolut möglich» hält. Tatsache aber ist, dass Chine in seiner tausendjährigen Geschichte noch nie einen Krieg außerhalb seines Territorium geführt hat. So etwas zu wissen, ist wichtiger als die US-getriebene Volksverdummung.







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